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Infrarot-Thermografie: Anwendungsbereiche
Wärmebrücken, Schimmelpilzbildung, Bauschäden
Mit der IR-Thermografie können Wärmebrücken
berührungslos visualisiert und somit Schwachstellen aufgedeckt
werden. Hierdurch ist eine wertvolle, zerstörungsfreie
Beurteilung von Baukonstruktionen im Neubaubereich, besonders
jedoch im Gebäudebestand, möglich. So ist häufig
strittig, ob Feuchteschäden wie z.B. Schimmelpilzbeläge
in Innenräumen durch mangelhafte Konstruktion oder durch
das Nutzerverhalten verursac ht
werden. Den Untersuchungen mittels Thermografie folgen in
der Regel rechnerische Überprüfungen. Bauliche und
stoffliche Wärmebrücken sind in der Baupraxis nicht
vollständig zu vermeiden. Nach DIN 4108-2:2003-07 darf
der Temperaturfaktor fRsi den Wert 0,7 nicht unterschreiten:

Neben der Gefahr baulicher Schäden kann der Anteil
von Wärmebrücken am Gesamtenergieverlust von Gebäuden
ebenfalls rechnerisch abgeschätzt werden.
Im Gebäudebestand wird vielfach stark erhöhter
Heizenergiebedarf reklamiert. Vor der Durchführung von
Sanierungsmaßnahmen ist eine A-B-C-Analyse des Gebäudes
mit Thermografie dringend anzuraten.
Nur hiermit ist eine Klassfizierung der auftretenden Wärmeverluste
unter Berücksichtigung der anteiligen Bauteilflächen
bezüglich des Gesamtenergiebedarfes objektiv, sicher
und reproduzierbar möglich. Erfahrungen zeigen, dass
in vielen Fällen der Anteil signifikanter Schwachstellen
weniger als 30% der Gesamtfläche der Gebäudehülle
beträgt. Zugleich kann durch gezielte Sanierung dieser
Bereiche der Heizenergiebedarf um 50-70% gesenkt werden.
Luftleckagen
In Kombination mit dem BlowerDoor-Messverfahren können
Luftleckagen gezielt geortet werden. Zunächst werden
Thermografieaufnahmen von fraglichen Bauteilflächen entweder
von der Außen- oder Innenseite oder hintereinander angefertigt.
Danach wird ein Gebäudeunterdruck bzw. -Überdruck
erzeugt. Die sich einstellenden Temperaturunterschiede ermöglichen
Rückschlüsse auf Lage und Intensität von Luftleckagen.
Durchfeuchtungen und Lecks
Die
Wärmeleitfähigkeit in W / m K von Baustoffen wird
in der Literatur im Regelfall für den trockenen Einbauzustand
angegeben. Im Falle einer Befeuchtung von Baustoffen gelangt
Wasser in vorhandene Lufträume und Poren, die Wärmeleitfähigkeit
steigt hierdurch an. Mit Hilfe der IR-Thermografie können
die von Durchfeuchtungen oder Leckagen stammenden Temperaturdifferenzen
an Bauteiloberflächen und somit indirekt die durchfeuchteten
Bauteilzonen ermittelt werden.
Konstruktionseinzelheiten
Für
bauliche Veränderungen vorrangig im Gebäudebestand
ist die Ermittlung verdeckt liegender Konstruktionseinzelheiten
häufig von großer Bedeutung. Eine Vielzahl solcher
Bestimmungen sind zerstörungsfrei mit Hilfe der IR-Thermografie
möglich. So können in mehrschichtigen Außenbauteilen,
die sich aus Materialien unterschiedlicher Wärmeleitung
zusammensetzen, Felder und Gefache ermittelt werden (z.B.
Tragkonstruktionen nicht sichtbare Dachstühle, Fachwerkkonstruktionen).
Auch die Lage verdeckter Heizleitungen in Wänden oder
Fußböden kann hiermit zerstörungsfrei erfasst
und dokumentiert werden.
Baubegleitende Qualitätssicherung
Thermische Sanierungsmaßnahmen können während
der Bauausführung auf ihre Wirksamkeit und mögliche
verbleibende Schwachstellen oder Wärmebrücken untersucht
werden (z.B. Wärmedämm-Verbundsysteme, Einbau neuer
Glaselemente, Wärmeisolierung von Heizrohren und Kaminen).
Erforderliche Nachbesserungen verursachen in diesem Stadium
im Regelfall nur einen Bruchteil derjenigen Kosten, die erst
nach Fertigstellung erkannt bzw. bemängelt werden. Neben
Vermeidung von Bauschäden und Reduzierung notwendiger
Nachbesserungskosten dient die baubegleitende Qualitätssicherung
mit schriftlicher Fixierung der Ergebnisse in vielen Fällen
einer einvernehmlichen und raschen Bauabnahme.
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